Heute gibt es zur Feier des Tages, des Urlaubs oder der Ferienzeit einen Auszug aus meiner Novelle:
Die mediterrane Leichtigkeit ANKUNFT AM MEER Heute endlich ist der Tag, auf den ich so lange gewartet habe! Mein Urlaub beginnt und ich mache mich auf eine Reise in den Süden Spaniens, nach Andalusien. Hier endet Europa und das Klima und die Vegetation sind so gänzlich anders als Zuhause. Das wird eine Genussreise für Körper, Geist und Seele. Eine Reise, wo ich mit allen Sinnen das entspannte Gefühl des Urlaubs aufnehmen kann. Am Flughafen in Málaga angekommen pilgere ich mit meinem Koffer in Richtung Autovermietung. Ein kleiner, günstiger Mietwagen ist bereits für mich reserviert. Mit ihm werde ich das Land bereisen, um so möglichst viele unterschiedliche Orte kennen zu lernen und mir alles anzusehen, was mich interessiert. Nachdem ich mich, dank der guten Beschilderung, aus der Stadt heraus manövriert habe und die schönste Autobahn Europas erreicht habe, kann ich bereits den ersten Blick auf das Meer genießen. Hier hat man mal an die menschliche Seele gedacht und tatsächlich eine Autobahn entworfen, die unendliche Kilometer weit immer am Meer entlang führt. Aus diesem Grunde heißt sie auch nicht bloß nur A7 sondern „Mediterráneo“. Sie beginnt bereits an der französischen Grenze und führt bis ans Landesende, zum äußersten Zipfel Andalusiens. Immer an der Küste entlang und die ganze Zeit mit Meerblick, bis auf die zahlreichen Tunnel natürlich, die man in die Berge gehöhlt hat. So beginnen der Urlaub und auch die Entspannung bereits direkt unmittelbar nach der Landung. Das gleißende Licht blendet mich. Die Sonne strahlt in einer Intensität und Helligkeit vom Himmel herab, die ich von Zuhause so nicht kenne. Auf dem tiefblauen Meer bildet sie ebenfalls einen gleißenden Spiegel. So bin ich dankbar für meine große Sonnenbrille. Ich habe das Fenster etwas heruntergekurbelt und die heiße und kräuterwürzige Luft strömt durch diesen Spalt herein. Es ist sehr wenig Verkehr auf der Mediterránea und so komme ich flott voran. Diese Autobahn ist wirklich unglaublich für die verkehrsgeschundene Seele aus dem launigen Deutschland. Nach einer knappen Stunde habe ich mein Appartement in Fuerte Calaceite, das ich für die Dauer meines Aufenthaltes gemietet habe, erreicht. Ein geräumiges Parkhaus bietet meinem feuerroten Kleinwagen Schatten und ich freue mich bereits auf die Abende mit Sonnenuntergang auf meinem riesigen Balkon mit Meerblick. Ein runder Tisch, auf dem eine große Schale mit Muscheln steht, und zwei bequeme Stühle warten bereits auf mich. Schnell stelle ich meinen Koffer ab und schlüpfe in frische und luftige Sommerkleidung, und schon bin ich zu Fuß wieder unterwegs zum sehr nahen Strand. Auch diesen kann ich von meinem Balkon aus sehen. Ich gehe ein kurzes Stück die von der Sonne aufgeheizte Asphaltstraße entlang und die Hitze schlägt mir vom Boden förmlich entgegen. Aber es ist glücklicherweise nur ein sehr kurzes Stück Weg bis ich auf die große Straße treffe, die direkt am Strand entlangläuft. Auf der rechten Straßenseite sind ein paar kleine Bars aneinandergereiht. Hier kann man sehr günstig etwas essen und trinken. Die meisten bestehen nur aus Holz mit angebautem Wintergarten zum Meer hin. Durchsichtige Plastikplanen bieten Windschutz bei gleichzeitigem Blick auf das Wasser und den Strand. Ein Stück weiter stehen bereits die ersten kleinen Häuschen. Nachdem ich diese Straße überquert habe stehe ich sofort auf Sand. Er ist hier durch die ehemaligen Vulkane dunkelgrau, fast schwarz, und dadurch sehr, sehr warm. Meine Schuhe gehören der Vergangenheit an und so trage ich sie in der Hand und laufe barfuß weiter am Strand entlang. Ganz weich ist der Sand, fast wie Sanduhrensand. Im Sonnenlicht glitzert er durch die unzähligen zu Sand zerriebenen Muscheln. So sind auch immer hellere Körnchen dazwischen, welche das Spiel der Farben beginnen lassen. Eine Kolonie Möwen hat sich an einem Fleckchen Strand versammelt. Ob sie auf der Suche nach Muscheln sind? Ein Stückchen weiter liegen einige bunt gestrichene Fischerboote im Sand, die für heute Feierabend haben. Ein jedes trägt ein anderes Farbenspiel. Schief zur Seite geneigt liegen sie friedlich da. Direkt daneben befindet sich ein abgetrennter Parkplatz, auch auf dem Sand. Er gehört zu einem Chiringuito, einer Strandbar. Auf diesem Parkplatz, direkt am Lokal, steht ein riesiger Holzkohlegrill, auf dem ein Mann mit weißem Hut Sardinen am Spieß grillt. Wie das duftet! Ich gehe durch das Strandlokal hindurch und suche mir ein Plätzchen im Halbschatten, um erst einmal die Aussicht zu genießen. Viele rote Kunststofftische und -stühle stehen auf einer sandigen Holzterrasse direkt am Lokal, mit Blick auf das Meer. Die geräumige Strandbar selbst ist mit weißen Tischen und Stühlen ausgestattet. Ein paar Leute sitzen auch drinnen, im Schatten. Dadurch, dass die Seiten alle offen sind, weht eine angenehme Brise und egal, an welchem Tisch ich auch sitze, habe ich Meerblick. Die Luft riecht leicht salzig und ich habe das Gefühl, auch einen Hauch von Salz auf meinen Lippen zu schmecken. Ein eiskaltes Getränk erfrischt mich nun. An der Außenseite meines Glases bilden sich durch die Hitze sowie durch die Kühle des Getränks in kurzer Zeit dicke Wasserperlen. Sie lassen den Inhalt meines Glases förmlich aufleuchten. Und während ich mein Getränk so genüsslich vor mich hin schlürfe, bohre ich meine nackten Zehen in den warmen weichen Sand. Das fühlt sich herrlich an und massiert ganz sanft meine Fußsohlen. Wellness für die Füße. Entspannung für die Seele. Der Wind streicht zart über meine Haut und zaust verspielt an meinen Haaren. Und wie ich so ganz entspannt und versunken dasitze und mit weichem Blick aufs Meer schaue, kommt ein Gitarrenspieler vorbei und stimmt eine Melodie an. Besser könnte es nicht sein. Die Musik passt genau zu dieser Landschaft und zu diesen Farben. Ich lausche den Klängen und genieße. Weit draußen auf dem Meer sieht man einige schneeweiße Segelboote schippern und am Ende des Ozeans ziehen verschwommen ein paar dicke Dampfer vorüber. Oder sind es Kreuzfahrtschiffe? So genau ist das aus der Ferne nicht auszumachen. Auch meine Augen können sich nun entspannen. Ein paar Möwen fliegen über das Wasser. Am Himmel sehe ich ein paar von ihnen ihre Kreise ziehen, auf der Suche nach Nahrung. Ich lehne mich in meinem bequemen Stuhl weit zurück und blicke einfach nur in die Ferne und ruhe mich aus. Es gibt für mich nun nichts zu Sollen und nichts zu Wollen. Einfach nur Sein. Herrlich. Der Wind trägt alle meine Gedanken und auch meine Sorgen weit fort. So kann ich ganz im Hier und Jetzt sein, völlig frei von allen Belastungen. Ich sehe die Wellen kommen und gehen und im gleichen Rhythmus wie das Wasser scheint auch mein Atem zu fließen. Ruhig und gleichmäßig fließen Atem und Wellen, ein und aus. Der Alltag ist nun ganz weit weg und ich scheine mich förmlich in einer anderen Welt zu befinden. Ich bin ganz ruhig und entspannt ...